Hallo Rainer,
ich kann Dir zu Deiner Eintragung leider nichts exaktes
sagen, doch ist mir bei der Auswertung der verschiedenen
Kirchenbücher in Württemberg sowie von LDS-Filme
aus Oberschlesien folgendes aufgefallen:
In Württemberg wurden in den seit 1807/08 geführten
Familienregistern, die Todesfälle von Soldaten registriert,
z.B. von den im Russlandfeldzug Napoleons 1812/13
gefallenen Soldaten - allerdings meist nicht mit dem exakten
Datum, sondern vielfach nur mit dem Todesjahr. Ein
Eintragung in den Sterbebüchern ist nicht vorgenommen
worden (so z.B. in Kernen-Rommelshausen, Rems-Murr-
Kreis), ein Zusatz/Hinweis erfolgte im Taufbuch.
Die Eintragung im Sterbebuch wurde nur bei den
Todesfällen vorgenommen, wo Soldaten in einem
Standort in der Nähe oder in einem nahegelegenen
Lazarett bzw. Krankenhaus verstorben waren und die
dann an ihren Heimatort überführt wurden (im Raum
Stuttgart z.B. der Standort Ludwigsburg oder das
Hospital in Cannstatt [= Stuttgart-Bad Cannstatt]).
Zwei Eintragungen habe ich bei meiner Verkartung
der KBs von Rommelshausen gefunden, wo württembergische
Soldaten zum Zeitpunkt ihres Todes in anderen Ländern
im Kriegsdienst standen, z.B. 1790 in Österreich
("gefallen bei Belgrad" / Hinweis im Taufbuch und im
Familienregister) oder 1826 in einem schweizer Regiment
("starb im Spital in Segovie [= Segovia] in Spanien" /
Eintrag im Totenbuch + Hinweis im Familienregister)
Einige Eintragungen zur Jahrhundertwende 1799/1800
verweisen auf Schicksale von Württembergern, die
am Kap der Guten Hoffnung gefallen sind, nachdem sie
unter fadenscheinigen Vorwänden und teils unter
Gewaltanwendung in das sog. "Kapregiment" gepresst
worden waren. Nur wenige fanden ihren Weg zurück,
was dann ausführlich im Familienregister dokumentiert
wurde.
Eintragungen vom Krieg 1870/71 gibt es nur sporadisch
Bei einem Gefallenen wird am 2.12.1870 beim Taufeintrag,
im Sterberegister und im Familienregister vermerkt:
"gefallen im Gefecht bei Champigny [= Champigny-s-Marne]
(vor Paris) lt. Totenschein d.d. Chennevierer
[= Chennevieres-s-Marne] 7. Dec. 1870"
(begraben auf dem Schlachtfeld bei Champigny).
Eintragungen aus dem 1. Weltkrieg fanden nur zu Beginn
der Kampfhandlungen (z.B. 1914-16 in Rommelshausen /
1914 Troplowitz, Kr.Leobschütz/OS) Eingang in die KBs,
später unterblieben die Eintragungen gänzlich - es wurde
u.U. am Ende des Sterbebuchs eine möglicherweise
unvollständige Liste aufgeführt.
Gleiches gilt so auch für den 2.Weltkrieg, wo
ich in Oberschlesien noch Eintragungen aus den ersten
Kriegsjahren fand, später aber nicht mehr.
Gruß
Matthias E. Theiner
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Matthias E. Theiner
71334 Waiblingen
m.theiner@gmx....
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Original Message:
>From: "Rainer Ibowski" <
rainer@ibow...>
>Subject: [OWP] Sterbebucheintrag ueber Kriegsgefallenen 1870/71
>(Brzezinski)
>
>
>Bei der Durchsicht des Sterbebuches des katholischen Kirchspiels
>Subkau/Kreis Dirschau 1843-1872 bin ich auf eine merkwuerdige
Eintragung
>gestossen:
>
>Gnieschau [Kirchspiel Subkau], Michael Brzezinski, 20, Soldat, + 16.
Nov.
>1871 [mit dem Zusatz] im Krieg in Frankreich begraben
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